Alexandra Blöck :: Logopädische Praxis in Meisenheim

Sprechen

Unter Sprechen versteht man die motorische Ausführung von Sprachlauten. Möchte man z.B. ein „o“ sprechen, so stimmt man die dazu notwendige Sprechplanung mit der Sprechausführung (Koordination von Atmung, Artikulation, Stimme, Gaumensegel) ab. Bei einer Sprechstörung ist nur die Sprechausführung, nicht jedoch die Sprechplanung beeinträchtigt. Bei Erwachsenen gibt es zwei Gruppen von Sprechstörungen: einmal die neurologisch bedingten Sprechstörungen und die Redefluss-Störungen (Stottern/Poltern). Mit der logopädischen Therapie soll eine Verbesserung der Verständlichkeit und eine Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung der Kommunikationsfähigkeit erreicht werden.

Dysarthie

Mit "Dysarthrie" definiert man Störungen des Sprechens oder der Stimme (Dysarthophonie) deren Ursache in einer Erkrankung oder Verletzung der Hirnnerven oder der peripheren Nerven liegt. Die Beweglichkeit von Lippen, Gaumensegel, Zunge, Atmung oder Stimmlippen können einzeln oder zusammen beeinträchtigt sein. Dadurch klingt die Aussprache undeutlich, verwaschen, monoton oder ist falsch betont. Da jeder Patient andere Störungsschwerpunkte zeigt, wird immer ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Fazialisparese

Fazialisparesen entstehen durch die Lähmung des VII. Hirnnervs, des Nervus Fazialis. Es sind daher nur Lippen- und Gesichtsmuskulatur betroffen. Die Lähmung kann einseitig oder beidseits sein. In der logopädischen Therapie werden passive und aktive Übungen für die Mund- und Gesichtsmuskulatur durchgeführt.

Sprechapraxie

Bei einer reinen Sprechapraxie sind sowohl das Verstehen von Sprache als auch die motorischen Muskelfunktionen erhalten. Die Planung und die Koordination der einzelnen Sprechbewegungen ist jedoch beeinträchtigt. Dabei wissen die Betroffenen genau, was sie ursprünglich sagen wollten. Oft tritt die Sprechapraxie jedoch im Zusammenhang mit einer Aphasie auf.

Larynektomie

Unter Larynektomie versteht man die vollständige oder teilweise operative Entfernung des Kehlkopfs (Larynx), meistens wegen eines Tumors, manchmal gibt es auch andere Ursachen wie einen Unfall. Nach der Entfernung des Kehlkopfes wird ein künstlicher Atemweg am Hals des Patienten gelegt (Tracheostoma). Ohne den Kehlkopf ist das Sprechen lautlos. Ziel der logopädischen Therapie ist das Erlernen einer Ersatzstimme oder der Handhabung einer batteriebetriebenen Sprechhilfe, damit die Betroffenen weiterhin kommunizieren können.

Stottern

Die Meinungen über die Ursachen, das Aufrechterhalten und das Phänomen Stottern an sich gehen weit auseinander. Stottern wird allgemein beschrieben als unfreiwillige Blockierungen, Dehnungen und Wiederholungen von Lauten. Stotternde Menschen nehmen ihre Sprechstörung sehr genau wahr und können im Voraus sagen, bei welchem Wort sie stottern werden. Dabei kann das gestotterte Wort an anderer Stelle durchaus flüssig gesprochen werden. Zu den genannten Hauptsymptomen kommen manchmal Begleitsymptome wie Vermeideverhalten, Körpermitbewegungen oder Sprechangst hinzu. Erwachsene und Jugendliche haben ein sensibles Bewusstsein für ihre Sprechproblematik, was sich auf ihr ganzes Sprech-, Kommunikations- und Sozialverhalten auswirken kann. Hauptziel der logopädischen Therapie ist eine möglichst unbeschwertes Kommunikationsverhalten im Alltag. Weitere Ziele sind Abbau der Begleitsymptomatiken mit Hilfe verhaltenstherapeutischer Vorgehensweisen, Erarbeitung von flüssigem Stottern (fluency shaping), Erweiterung der flüssigen Sprechanteile und, wenn möglich, Abbau der Stottersymptomatik.

Poltern

Polternde Menschen fallen durch eine schnelle und überhastete Sprechweise auf. Es besteht ein Missverhältnis zwischen Sprechtempo und motorischer Sprechfertigkeit. So kommt es zur Auslassung von einzelnen Silben, Wörtern oder Satzteilen, Satzabbrüchen, Wortneuschöpfungen, Umstellungen und Floskeln, die die Verständlichkeit sehr erschweren können.
Gelingt es polternden Menschen, ihr Sprechen zu kontrollieren und langsam zu sprechen, reduziert sich die Symptomatik. Langfristig ist das jedoch schwierig, vor allem, weil die Sprechproblematik von den Betroffenen selbst oft nicht als solche wahrgenommen wird. Ziel der logopädischen Therapie ist es für die Problematik zu sensibilisieren, die Kontrolle über das Sprechen zu erarbeiten und gezielt in der Kommunikation mit anderen einzusetzen.